Energieverbrauch reduzieren

Tuesday, 15. September 2009

Speziell auf Notebooks ist es immer wieder lästig, wenn das geliebte Linux stromhungriger als konkurrierende Betriebssysteme ist. Mit einigen Tricks und Kniffen kann man aber noch einiges an Stromverbrauch reduzieren. Da es im Internet eine Menge an verschiedenen Vorschlägen gibt, möchte ich einige davon hier zusammenfassen, vor allem um nicht immer auf unzähligen Seiten nachlesen zu müssen. Getestet wurde auf einem MacBook2.1 unter Ubuntu 9.04 x64.

Grundlagen:

Jeder Dienst, Daemon oder Prozess, der im Hintergrund lauft, jedes Stückchen Hardware das verwendet wird verbraucht Strom. Daher sollte man selten verwendete Dienste schon am Starten hindern und sie nur bei Bedarf aktivieren. Daher gilt zu aller erst: nicht benötigte Programme schließen, Bildschirmhelligkeit verringern, nicht benötigte Hardware deaktivieren und USB-Geräte abstecken.

Dienste am Starten hindern:

Bluetooth ist so ein Kandidat, der bei mir selten in Verwendung ist, daher wird er gar nicht erst gestartet. Um das ganze etwas komfortabel zu gestalten, installiert man das Paket “sysv-rc-conf“:

sudo apt-get install  sysv-rc-conf

In der Konsole startet man es dann, wieder mit Root-Rechten, und entfernt alle [X] bei der Zeile “bluetooth”, indem man den Cursor mit den Pfeiltasten darüber navigiert und auf die Leertaste drückt. Das Verfahren kann man bei jedem nicht benötigten Dienst anwenden, somit hat man schonmal einen recht sauberen Start hingelegt.

PowerTop für Intel Prozessoren:

Ein sehr hilfreiches Tool für alle, die eine Intel CPU besitzen. Es wird ganz einfach per Paketverwaltung installiert (oder von lesswatts.org heruntergeladen) und mit Rootrechten ausgeführt:

sudo apt-get install powertop
sudo powertop

Möchte man es nicht immer erst aufrufen und durchlaufen müssen, so kann man die Befehle, die es verwendet, per Copy&Paste in  einer Textdatei sammeln. Hat man eine Samlung, mit der man zufrieden ist, kann sie nun auf zwei Arten weiter verwenden:

  1. Eine ausführbare Datei daraus machen, die per Menü aufgerufen werden kann
  2. Direkt in die Datei “rc.local” kopieren, damit sie gleich beim Bootvorgang ausgeführt werden

1. Ausführbare Datei:

Hierzu fügt man folgendes als erste Zeile ein:

#!/bin/bash

und macht die Datei dann ausführbar, wozu man per Konsole oder Terminal erstmal in den Ordner geht, in dem die Datei gespeichert ist und tippt dann folgenden Befehl ein, wobei man “<Dateiname>” natürlich mit dem Namen der Datei ersetzt:

chmod +x <Dateiname>

Optional kann man das Skript als Eintrag in das Hauptmenü verfrachten. Dazu ruft man per Rechtsklick auf das Menü den Editor auf und fügt einen neuen Eintrag hinzu. Bei dem Punkt Befehl kann man mittels “Durchsuchen” das erstellte Skript wählen. Icon und Name kann beliebig gewählt werden.

2. Eintrag in die Datei “rc.local”:

Unter Ubuntu 9.04 liegt die Datei im  Ordner “/etc”, diese öffnet man mit Rootrechten (“sudo kwrite /etc/rc.local” oder “sudo gedit /etc/rc.local”). Jetzt kopiert man einfach die Sammlung vor die Zeile “exit 0” und kann neu starten. Auf meinem MacBook sieht die Datei folgendermaßen aus:

#!/bin/sh -e
#
# rc.local
#
# This script is executed at the end of each multiuser runlevel.
# Make sure that the script will “exit 0” on success or any other
# value on error.
#
# In order to enable or disable this script just change the execution
# bits.
#
# By default this script does nothing.

#Autosuspend für USB-Geräte aktivieren
for DEVICE in /sys/bus/usb/devices/*; do
if [ -w $DEVICE/power/autosuspend ]; then
echo 0 > $DEVICE/power/autosuspend
fi
if [ -w $DEVICE/power/level ]; then
echo auto > $DEVICE/power/level
fi
done

#Verhindern, dass das CD-Laufwerk abgefragt wird
/usr/bin/hal-disable-polling –device /dev/cdrom

#Writebacktime erhöhen
echo 1500 > /proc/sys/vm/dirty_writeback_centisecs

exit 0

Prozessortaktstufen unter Gnome:

Unter Gnome kann man das Applet  “Überwachen der Prozessortaktstufen” dazu verwenden, die Geschwindigkeit der CPU einzustellen. Vom Modus “Powersave” ist hier aber eher abzuraten, wer mehr darüber erfahren will findet auf “Repat’s Blog” einen ausführlichen Eintrag dazu (“Powersave heißt nicht Energie sparen”).

Laptop Mode:

Um den Laptop Modus zu starten genügt folgender Befehl:

sudo /etc/init.d/laptop-mode start

Will man ihn permant gestartet haben öffnet man die Datei “acpi-support” mit Rootrechten (“sudo gedit /etc/default/acpi-support” oder “sudo kwrite /etc/default/acpi-support”) und ändert dort den Eintrag “ENABLE_LAPTOP_MODE=false” auf “ENABLE_LAPTOP_MODE=true“.

Zu dem Laptop Modus gibt es noch einige weitere Einstellungsmöglichkeiten, die in einem Ubuntu-Wiki aufgelistet sind.

USB-Autosuspend:

Um des Autosuspend zu aktivieren, kopiert man die Zeilen nach “#Autosuspend für USB-Geräte aktivieren” aus dem oben geposteten Auszug der “rc.local” in die eigene.

Blinkender Cursor in Textfeldern:

Laut einem Post in den Ubuntu Foren bringt es zusätzlich etwas, den blinkenden Cursor in Textfeldern zu deaktivieren. Die Einstellungen hierzu findet man unter Gnome im Menü:

System => Einstellungen => Tastatur => Allgemein

One Response to “Energieverbrauch reduzieren”



  1. mardin Says:

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